Tuesday, September 2nd, 2014

Die folgenden Geschichte basiert auf Erinnerungen, Auszügen aus Briefe und Unterhaltugnen mit Newton Bohanon, Nez Perce. Danke, Newt daß Du uns die Erlaubnis gibts Deine Geschichte zu erzählen. Es ist unser Gebet, dass sie viele andere ermutigt. Volkhard Graf

Ich hatte bereits einige Geschichten über ihn gehört aber hatte ihn noch nicht persönlich kennengelernt. Den Beschreibungen zufolge schien er dem “typischen” Bild eines Indianischen Mannes zu entsprechen. Er war als Person bekannt, die man nur mit Glück in einem nüchternen Zustand antreffen konnte.

Ich hatte mir vorgenommen ihn zu besuchen und ein bevorsthendes “Promise Keepers” Meeting gab mir Anlaß ihn zu sehen. Newton hieß mich willkommen, und zu meiner Überraschung, nahm er meine Einladung gemeinsam mit einem andern Freund zu dem PK-Treffen zu kommen sofort an.

Am Abend vor der Abfahrt zum Treffen besuchte ich Newton noch einmal um zu sehen ob alles in Ordnung war und fand dass er betrunken war. Er entschuldigte sich gleich und sagte: “Du wirst mich wahrscheinlich in diesem Zustand nicht mitnehmen wollen”?! Ich empfand, daß er trotzdem mitkommen sollte, wenn er versprach nicht mehr weiter zu trinken bevor wir abfahren würden.

Die Anbetungszeit und die praktischen Vorträge der PK-Sprecher berührten Newton in einer tiefen Weise. Er schien etwas beschämt über seinen Tränen–aber sie floßen frei. Aber weiter passierte nichts. Er ging nicht nach vorne als der Altar Aufruf gegeben wurde.

In den folgenden Wochen besuchte ich Newton hin und wieder und betonte immer wieder, daß Jesus ihn sehr liebt und daß ER der einzige ist, der ihm totale Freiheit bringen kann. Ich mußte ihn nicht überzeugen, er wußte aus eigener Erfahrung, dass eine erfolgreich beendete Therapie oder Rehabilitation nicht in der Lage ist ihn von der Sucht nach Drogen und Alkohol zu befreien. Sicher, für eine kurze Zeit waren diese hilfreich, aber unverarbeiteter Schmerz, Ärger und Freunde die ein ausschweifendes Leben führten würden ihn schnell wieder in den alten Suchtzyklus zurückziehen.

An einem Abend, nachdem ich Ihm erklärt hatte, daß sich Jesus nie in das Leben anderer “drängt”, sondern eine echte Beziehung mit uns möchte, die auf Liebe, nicht Zwang basiert, fragte ich ihn ob er Jesus als seinen Herrn und Retter annehmen wolle–aber er verneinte.

Etliche Wochen später, sehr früh am Morgen, hörte ich lautes Klopfen an unserer Haustür. Es war Newton. Er sagte er sei jetzt bereit! Da ich mitten aus dem Tiefschlaf gerissen wurde, war ich mir nicht sicher ob ich richtig verstand, wozu er jetzt “bereit” war. Ausserdem war er augenscheinlich unter dem Einfluß von Drogen. Er fuchtelte mit einer kleinen Flasche voller Drogen vor mir herum und sagte unter Tränen, daß er fix und fertig ist mit dieser Art zu leben und daß er Jesus in sein Leben einladen wolle. Er warf den Rest seiner Drogen in die Toilette and betete ein ehrliches Gebet der Buße und Hingabe an den Herrn. Er wollte nie mehr drinken und Drogen nehmen. Hoffnungsvoll aber doch mehr skeptisch ging ich zurück ins Bett.

Mehrere Wochen später, währenddem ich in Deutschland war, erhielt ich einen Brief von Newton, in dem er mir erzählte, wie er sich wieder an einem Abend betrunken hatte und in Bewußtlosigkeit gefallen war. Seine Mutter hatte einen Krankenwagen gerufen und ein anderes Mitarbeiterehepaar über Newtons Zustand informiert. Die Sanitäter kümmerten sich um seine gesundheitlichen Bedürfnisse und das YWAM Ehepaar betete für ihn. Gemäß Newtons eigener Beschreibung war er während dieser Zeit zwischen Leben und Tod ganz klar mit der Wahrheit und Entscheidung konfrontiert, entweder ernsthaft Gott nachzufolgen oder zu sterben.

Er entschied sich Gott ganz zu übergeben. Einer der Sanitäter informierte ihn später, daß er nicht verstehen konnte, wieso er diese Episode überlebt hatte. Er teilte Newton mit, daß er keinen Sauerstoff mehr in seinem Körper hatte.

In den darauffolgenden Wochen verbesserte sich Newtons Gesundheitszustand und er fand ein geistliches Zuhause in einer der örtlichen Gemeinden, gefüllt mit Leuten die ihn liebten und unterstützten. Sein Drang nach Alkohol und Drogen hatte ihn aber immer noch nicht verlassen. Newton schüttete sein Herz in einem verzweifelten Gebet vor Gott aus und bat Ihn um totale Befreiung. Der Herr beantwortete sein Gebet und füllte ihn mit seinem Heiligen Geist und der starke Drang zu trinken und Drogen zu nehmen verließ ihn.

In den folgenden Monaten “kämpfte” Newton sich durch Verletzungen, ärgerliche Gefühle und Versuchungen in das alte Leben zurückzufallen; aber seine sich entwickelnde starke Beziehung zum Herrn, Gebet und Seelsorge half ihm auf dem richtigen Weg zu bleiben.

Seit dieser entscheidenden Nacht ist fast ein Jahr vergangen. Gottes Gnade ist weiter am Werk in Newtons Leben. Er war in der Lage seinen Hauptschulabschluß nachzuholen, erhielt seinen Führerschein und arbeitete treu für einen Zweig des Nez Perce Stammes und schrieb sich zum Bibelstudium beim Messenger Bible College in Joplin, Missouri ein.

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